St. Josefshaus

Die Geschichte

Im Jahre 1879 gründete der damalige Hertener Ortspfarrer Karl Rolfus das St. Josefshaus. Schon damals gehörte es zu jenen bedeutenden sozialen Einrichtungen, in denen man nach neuen Möglichkeiten suchte, die drängenden Fragen von Verelendung und Not in den frühindustriellen Armutsgesellschaften zu beantworten.

Nachdem Pfarrer Karl Rolfus, schwer erkrankt, von der Gemeinschaft „Schwestern vom Heiligen Kreuz“ in Ingenbohl wieder gesund gepflegt worden war, fasste er den Entschluss, auch in Herten eine Krankenstation ins Leben zu rufen. Da man sich derzeit auf keinerlei materielle Absicherung stützen konnte, schenkte Rolfus all sein Vertrauen dem heiligen Josef und seiner hilfreichen Begleitung.

Die Generaloberin Maria Theresia Scherer aus Ingenbohl war auf dem Weg, um  die Schwestern der ambulanten Krankenpflege in Herten zu besuchen. Sie wurde von Pfarrer Karl Rolfus vom Bahnhof abgeholt. Auf ihrem Weg begegnete sie zwei „Kretinen“ und regte Karl Rolfus an, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Herten aufzubauen. Aus heutiger Sicht gilt diese Begegnung als eigentlicher „Gründungsimpuls“ für das St. Josefshaus. Das inzwischen ausgestorbene Krankheitsbild Kretinismus entstand häufig aus Jodmangel. Infolgedessen entwickelten die Betroffenen einen „Kropf“ und waren geistig behindert. Erst durch die Einführung von jodiertem Kochsalz konnte der Kretinismus behoben werden.

 

Die damaligen Bedingungen lassen sich selbstverständlich kaum mit dem heutigen finanziellen und gesetzlichen Rahmen des St. Josefshauses vergleichen. Auch hat sich die Begleitung von Menschen mit einer geistigen Behinderung grundlegend verändert. Heute steht ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Bemühungen.

 

Die ausführliche Geschichte des St. Josefshauses finden Sie unter

www.sankt-josefshaus.de/geschichte

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